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„Charascho, danke“, ruft die achtjährige Laura ihrer Mutter zu. „Charascho“ ist Russisch und bedeutet „gut“. Lauras Mutter Natascha stammt aus Moskau und lebt seit 20 Jahren in Deutschland. „Russisch ist meine Muttersprache, und es wäre für mich seltsam, mit dem Kind nur Deutsch zu sprechen“, erzählt die 40-Jährige.
Lauras Vater Roberto hat italienische Eltern, ist aber in Deutschland aufgewachsen. Er spricht vor allem Deutsch mit Laura, aber sie beherrscht auch ein paar italienische Brocken. Als Laura kleiner war, hat sie Russisch und Deutsch noch oft vermischt, das kommt jetzt kaum noch vor. Ohne Probleme wechselt sie zwischen den Sprachen hin und her.
Begründete Bedenken?
Trotzdem gibt es oft Bedenken, dass Mehrsprachigkeit im Kindesalter zu Problemen führen könnte. Die Kinder laufen Gefahr, dass sie keine der Sprachen richtig beherrschen und damit Probleme im Schulsystem bekommen, lautet ein gängiges Argument gegen Bilingualität.
Sprache Sprachforscher halten solche Sorgen für unbegründet. „Es ist wissenschaftlich nicht erwiesen, dass das Lernen mehrerer Sprachen zur selben Zeit Kinder überfordert und dazu führt, dass sie die Sprachen nur halb lernen“, so Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator - Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln.
Auch dass Kinder und Jugendliche zwischen den Sprachen wechselten oder Wörter einer Sprache in der anderen nutzten, sei kein sprachliches Defizit, sondern zeige, dass sie über grammatikalische Kompetenz in zwei Sprachen verfügten.
Die Psychologin Sabine Frevert vom Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung hat sich ebenfalls mit Bilingualität beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, dass Kinder nicht überfordert sind: „Das Gehirn schafft das“, sagt sie.
Das gilt es zu beachten
Außerdem müssen Eltern ihre eigene Sprache perfekt beherrschen. Wer selbst nur holprig Russisch spricht, sollte besser nicht versuchen, sein Kind darin zu unterrichten.
Wer als Kind bilingual aufwächst, hat als Erwachsener oft bessere Jobchancen. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, ist Bilingualität in einer globalisierten Welt ein Vorteil – sei es bei der Berufswahl oder weil der Nachwuchs ein besseres Gespür für kulturelle Unterschiede und Besonderheiten entwickelt.
Verbreitetes Phänomen
Laura lernt jetzt noch intensiver ihre dritte Sprache: Italienisch. Denn im Sommerurlaub will die Familie zu den Großeltern nach Sizilien fahren. Sie freut sich schon sehr auf „nonno und nonna“, auf Oma und Opa, sagt sie. Und fordert ihren Papa auf, ab jetzt nur noch Italienisch mit ihr zu sprechen.
„ist Bilingualität in einer globalisierten Welt ein Vorteil“ (Zeile 25). Die Präposition „in“ ist eine Wechselpräposition, die mal den Akkusativ und mal den Dativ erfordert. Im folgenden Satz war der Akkusativ erforderlich, da es sich nicht um einen Satz mit Bewegung handelt.